Die menschliche Evolution
Darwins Evolutionstheorie von der Entwicklung der Arten durch Mutation
und Selektion ist heute wissenschaftlich unbestritten anerkannt. Nach der
Entstehung des Lebens vor etwa 3,1 Milliarden Jahren in vulkanischen Urpfützen
unter ganz anderen atmosphärischen Verhältnissen entwickelte
sich das Leben zuerst im Meer weiter. Vor 600 Millionen Jahren entwickelten
sich als erste Pflanzen die Algen. Die Rahmenbedingungen auf der Erde änderten
sich in den letzten Milliarden Jahren sehr. Die Atmosphäre verlor
den größten Teil des Kohlendioxyds und enthält jetzt viel
Sauerstoff. Der Kohlenstoff wurde in Kalkablagerungen und auch in fossilen
Brennstoffen (Öl z.B. in Ölschiefer und Kohle) gebunden. Das
Meer enthält jetzt viel mehr Salz. Unser Blut entspricht in seiner
Zusammensetzung weitgehend dem Urmeer. Das Land wurde mehrmals von Wassertieren
erobert, so kamen vor einigen hundert Millionen Jahre Lungenfische an Land
und entwickelten sich zu Lurchen. Aus Lurchen entwickelten sich Echsen.
Aus Echsen wurden Vögel, Saurier, und Säugetiere z.B. Beuteltiere
und vor etwa 50 - 80 Millionen Jahren die Primaten. Die Primaten entwickelten
sich unter anderem zu Affen. Vor etwa 25 Milliarden Jahren lebten Dryopithecinen
in Afrika und Asien. Aus ihnen entwickelten sich die Menschenaffen (Pongiden),
von denen heute die Gibbons und Urang-Utans in Asien leben. Bis vor 0,5
Mill. Jahren lebte auch Giganthipecus in Asien. Die Gorillas u. Schimpansen/Zwergschimpansen,
sowie die Hominiden(Menschen) in Afrika. Systematisch sind uns Schimpanse
und Gorilla mehr verwandt als Gibbon und Urang Utan. Die Definition der
Pongiden ist eigentlich also fehlerhaft. Es ist falsch den Menschen aus
der Systematik herauszunehmen.
In Asien lebte auch Gigantipecus, über den wir nur sehr wenig
wissen. War er eine Art Homminider, welcher vor Homo-Erektus aus Afrika
kam oder war er eine asiatische Weiterentwicklung von Dryophitecus? Ist
er wirklich ausgerottet oder ist der Yeti ein überlebender Giganthepecus
im Himalaja? Es wurden ja auch erst 1995 Wildpferde in Tibet entdeckt.
Ein anderer Zweig waren die Menschenaffen Afrikas. Dieser Zweig spaltete
sich vor etwa 7 bis 15 Millionen Jahren in drei bzw. vier Arten auf, den
Gorillavorfahren, den Schimpansen-Vorfahren und den Homminiden (Menschenvorfahren),
vielleicht auch den Giganthipecus-Vorfahren. Gemeinsamer Vorfahre war der
Dryopithecus. Er lebte im Buschland. Dieser Aufspaltungsprozess dauert
bei deren Generationenfolge mehrere hunderttausend Jahre bis zur sozialen
Artaufspaltung und wahrscheinlich mehrere Millionen Jahre bis zur absoluten
biologischen Aufspaltung.
Schimpanse und Mensch spalteten sich vielleicht etwas später auf.
Hier spielte der Lebensraum eine Rolle. Wahrscheinlich eroberte der Vorfahre
des Gorilla den Urwald, während der Mensch sich in der offnen Savanne
entwickelte. Der Schimpanse lebt heute im Buschwald und Urwald West- und
Zentralafrikas. Nach der heute herrschenden Auffassung entwickelte sich
der Mensch entwickelte in den ostafrikanischen Savannen, während sich
der Schimpanse im westafrikanischen Buschland entwickelte. Die tropischen
Regenwälder Zentralafrikas sorgten für die Isolierung zwischen
den Vorfahren des Menschen und denen des Schimpansen. Diese herrschende
Lehre ist aber logisch schon problematisch, denn es gab genug Übergangszonen
und Berührungszonen, die eine völlige Isolierung eigentlich ausschließen.
Vielleicht spielte aber doch die geografische Trennung zwischen Afrika
und Asien eine Rolle. Biologische und soziale Artentrennung sind nicht
identisch. Die soziale Artentrennung wird durch eine geografische Trennung
vorbereitet. So sind Tiger und Löwe sozial eigenständige Arten,
aber keine biologischen Arten. Ihre Mischlinge können fruchtbare Nachkommen
haben. Der Hund stammt nicht nur vom Wolf ab, sondern auch vom asiatischen Wildhund (es
ist praktisch der Wolf des südlichen Asiens. Der Dingo
ist praktisch mit dem asiatischen Wildhund identisch. Es gibt hier noch
einen ständigen genetischen Austausch. Der Dingo lässt sich
problemlos mit anderen Hunden und dem Wolf der nördlichen Erde mischen.
Wann sich der Mensch, Giganthipecus, Gorilla und Schimpanse genau als biologische
Art trennte ist unbekannt. Neue Urmenschenfunde in Zentral u. Nordafrika
belegen, das Urmenschen schon vor 7 Millionen Jahren weite Gebiete Afrikas
besiedelten, also auch Gebiete in denen die Menschenaffen lebten. So konnten
sich früh wieder Unterarten/Rassen des Urmenschen bilden. Spätere
Vermischungen können dann zu Entwicklungssprüngen geführt
haben.
Der Schimpanse ähnelt dem Menschen etwas stärker als andere
Menschenaffen, weil er ihm in der zeitlichen Entwicklung näher steht
und weil er auch im Buschland lebt, wie es auch ein Teil der Australopethicinen
tat. Auch Giganthipecus führte ein ähnliches Leben, wie die Hominiden.
Die Verhaltensforscherin Jane Godale hat hier mit vielen Vorurteilen gegenüber
den Schimpansen als drollige Vegetarier aufgeräumt. Schimpansen
jagen um Fleisch zu essen. Es kommt auch zu Kannibalismus. Die männlichen
Schimpansen führen auch Krieg um Territorien, bei denen sie fremde
Männchen verletzen oder sogar töten. Die Weibchen bewegen sich
in mehreren Männerterritorien. Eine feste Paarbildung gibt es nicht.
Der soziale Kontakt zwischen Kindern und ihrer Mutter und zwischen gleichgeschlechtlichen
Geschwistern bleibt ein Leben lang erhalten, also zwischen Brüdern
oder zwischen Schwestern. Bei den Zwergschimpansen ist die Sexualität
sogar sehr viel stärker ausgeprägt, als beim Menschen und den
anderen Tieren. Sie hat starke soziale Funktion. Der Zwergschimpanse aus
dem zentralafrikanischen Urwald unterscheidet sich im Sozialen Verhalten
sehr von den Schimpansen in Westafrika, bildet aber keine eigne biologische
Art. Es gibt ein Übergangsgebiet. Der westafrikanische Schimpanse
ist aggressiver und weniger sexuell aktiv wie der Zwergschimpanse.
Ein großes Problem ist, wann die unterschiedliche Chromosomenzahl
auftrat. Der Mensch hat 46 Chromosomen, Schimpansen und Gorillas besitzen
je 48 Chromosomen. Dieser Unterschied ist ein großer Mutationssprung.
Frühere Wissenschaftler versuchten, die Trennung aus Befangenheit
ohne Belege möglichst früh zu sehen. Heute bestätigen sich
diese Vermutungen durch Funde. Allerdings wird die Ausbreitung des Menschen
in andere Weltregionen durch Funde immer früher belegt. Auch die englischen
Wissenschaftler die letztens die genetische Verwandtschaft des Neandertalers
mit den heutigen Menschenpopulationen verglichen sind nicht frei von Vorurteilen.
Sie meinten aus statistischen Unterschieden die Trennung des Neandertalers
von der Restpopulation des Menschen auf 600000 Jahre festlegen zu können.
Da schon 800000 Jahre alte Funde des Frühmenschen gefunden wurden
haben sie aber selbst den Beweis erbracht, das der Neandertaler durch Vermischung
bzw. durch Gendrift genetischen Einfluss auf den heutigen Menschen
genommen hat. Tatsächlich sind die ersten Menschen schon vor mindestens
800000 Jahren in Europa gewesen. Weitere Funde können diesen Zeitraum vielleicht
noch weiter vorverlegen. Die stärkere Übereinstimmung
kann ja nur durch Gendrift und Vermischung erklärt werden. Über
Osteuropa hat es nie eine absolute geografische Barriere gegeben. Die "Südeuropäer"
haben nie zum "klassischen Neandertalertyp" gehört. Die heute noch
lebenden "Altschichtrassen" der afrikanischen Pygmäen und der Negritos der Andamanen unterscheiden sich wesendlich stärker vom meistverbreiteten
homo sapien sapiens Typ, als der klassische Neandertaler. Durch sie verzehnfacht
sich die genetische Varianz des Menschen! Die Negritos der Andamanen besitzen
sogar einen Greiffuß. Wenn dies nicht eine späte Wiedererwerbung
ist, würde dieses Erbmerkmal sogar auf eine Besiedlung Asiens durch
frühe Australopethicinen deuten. Die Geschichte der Menschheitsgeschichte
könnte sich nach logischen Gesichtspunkten auch ganz anders abgespielt
haben, als es heute überwiegend angenommen wird. Die sehr weitgehende
und doch unvollständige Isolierung zwischen Asien und Afrika eignet
sich zur Artaufspaltung wesendlich besser, als die Lebensräume innerhalb
Afrikas. So könnten sich z.B. die Dryopithecinen Ersteinmahl in eine
asiatische und eine afrikanische Variante aufgespalten haben. Die afrikanische
Variante könnte aus Pongiden bestanden haben. Die letzte Einwanderung
hätte die Hominiden nach Afrika gebracht, während sich die in
Asien verbliebenen Dryopithecus-Nachfahren zu Gigantipecus entwickelt hätten,
welcher dann vor 500000 Jahren von Homo-Erektus ausgerottet wurde.
Der erste nachgewiesene Hominide war Ramapithecus. Aus Ramapithecus
entwickelten sich die Australopithecinen und aus ihnen vor etwa 1 Millionen
Jahre Homo Erectus. Die Wissenschaft ging bisher davon aus, das sich vor
etwa 1 Millionen Jahren der Homo Erektus von Afrika nach Asien ausbreitete.
Vor kurzem wurden jedoch in Georgien 1,8 Mill. Jahre alte Schädel
von Frühmenschen gefunden. Heute hat man in China schon über
2 Millionen Jahre alte Menschenreste gefunden. Dies bedeutet, das Giganthepecus
und Homo Erektus bzw. Australopithecus mindestens 1,500000 Jahre zusammen
in Asien gelebt haben. Sie beweisen eine frühere Ausbreitung des Homo-Erektus,
bzw. von Australopethicinen nach Asien oder umgekehrt nach Afrika.
Auch hier gibt es einen für mich eigentlich unverständlichen
Streit unter den Wissenschaftlern. Es ist umstritten, ob die heutigen Mongoliden
von dem frühen Homo-Erektus-Asiens abstammt, oder von späteren
Einwanderern aus Afrika. In Wirklichkeit stammen sie von beiden ab, d.h.
die Basis sind die frühen Einwanderer, die durch späte Einwanderer
und Gendrift genetisch beeinflusst wurden. Wahrscheinlich sind die
Negritos z.B. der Andamanen noch am ursprünglichsten "asiatisch".
Die Erbmerkmale der Negritos lassen sich bei den Indonesiern deutlich feststellen.
Negritos und prämongolide Einwanderer aus dem heutigen Süd-China
haben sich überall in Südostasien vermischt. In Australien lassen
sich die Neandertalermerkmale bei den Aborigenes klar feststellen. Wie
in Amerika haben vor der europäischen Einwanderung 3 Einwanderungen
nach Australien stattgefunden. In geschichtlicher Zeit lassen sich Genneukombinationen,
die gleichzeitig zu einer Angleichung des menschlichen Genpools führten
gut nachweisen. Vor 5000 Jahren wanderten sprachliche Indogermanen aus
dem Iran nach Indien ein. Sie hatten auch Merkmale aus dem Kaukasus. Die
Mediteranen Erbmerkmale überwogen. Sie kombinierten ihre Erbmerkmale
mit der "drawidischen Bevölkerung" Indiens. So drangen die mediterranen Erbmerkmale und auch geringe Anteile kaukasischer Erbmerkmale auch bis
nach Hinterindien/Indochina.
Die Region an Lahn u. Dill war als Randgebiet der warmen u. fruchtbaren
Wetterau schon früh in der Steinzeit besiedelt u. nahm schon in der
Steinzeit viele Einwanderungsschübe auf. Als erster besiedelte der
Homo Erectus vor etwa 800.000 Jahren Europa. Er entwickelte sich in Mitteleuropa
während der letzten Eiszeiten zum typischen Neandertaler. Es handelte
sich nur um eine regionale Variante des Menschen ("Rasse"), nicht um eine
eigne Art wie von manchen auch Wissenschaftlern verbreitet wird. Das die
Erbanlagen der späteren Einwanderer stark dominieren, darf nicht
zu einer absoluten Aussage führen, der Neandertaler wäre von
den späteren Einwanderern ausgerottet worden, ohne durch Vermischung
in der späteren Bevölkerung fortzuleben. In Karmel in Palästina
wurden am gleichen Fundort in derselben Zeit datiert präneanthrope,
cromagnide und Mischformschädel gefunden. 2 Populationsgruppen haben
nebeneinander gelebt und sich auch vermischt. Die Frage, wann sich
die heutigen "Rassen des Menschen" gebildet haben, ist durch die Ergebnisse
der modernen Populationsgenetik überholt worden. Nach der Ausbreitung
des Homo Erektus bildeten sich weltweit regionale Varianten, zwischen denen
aber über Wanderungen und langsamer "Gendrift" ein genetischer Austausch
erhalten blieb. "Säugetiere", mit der Generationenfolge des
Menschen brauchen mehrere Millionen Jahre und eine vollständige Isolierung
um eine Artaufspaltung zu ermöglichen. Diese Isolierung der Regionen
gab es später immer weniger, die Bewegungsgeschwindigkeit erhöhte
sich dauernd. Die Ausbreitung des Menschen kann schon sehr früh erfolgt
sein. Es ist nicht belegt, ob Varianten des Australopithecus die Urwaldgebiete
Afrikas bzw. Buschland als Übergangsgebiet bevölkerten. Im Regenwald
halten sich auch Knochen kaum. Mineralien sind so selten, das z.B. viele
Tiere jede Möglichkeit nutzen Mineralien aufzunehmen. Letzteres ist
sehr wahrscheinlich. Man kann doch nicht behaupten, mehrere Australopeticinen-Varianten
wären automatisch mehrere Arten im biologischen Sinn. Sollten Australopethicinen
schon vor 2 Millionen Jahren nach Asien gekommen sein können sie durch
spätere Zuwanderungen und Gendrift den genetischen Anschluss an die restliche Menschheitspopulation gehalten haben. Die Ausgrabungen
in Asien gehen weiter. Die Urmenschen haben nicht nur in Höhlen gelebt,
aber dort können Überreste ausgegraben werden, weil Knochenreste
vor Witterungseinflüssen und Raubtieren geschützt sind. Außerdem
sind die potenziellen Fundorte in Höhlen bekannt. Die Urmenschen haben
mit Abfällen den Höhlenboden immer höher anwachsen lassen.
Je weiter in den Höhlen ausgegraben wird, desto älter werden
also die Funde.
Zur Ergänzung der archäologischen Funde und genetischen Untersuchungen
kann auch die heutige Situation und Ergebnisse aus der Sprachforschung herangezogen
werden.
Wir wissen vom heutigen Menschen, das eine starke Variabilität
im Aussehen nicht die Zugehörigkeit zu einer Art ausschließt.
Europa und Nordasien konnten erst vor etwa 800000 (Vielleicht auch 1 Mill.)
Jahren besiedelt werden, als der Mensch durch Verwendung von Feuer, Hütten
und Fellkleidung kältere Klimazonen bewohnen konnte. Letztlich kann
man aber nicht ausschließen, das dieser Schritt auch schon etwas
früher vor sich ging. Dazu sind die Funde aus diesen Zeiten leider
zu selten und zufällig. Vor 50000 und 30000 Jahren gab es neue Einwanderungen
aus Nordafrika und Vorderasien nach Europa. Der Typus des Homo sapiens
sapiens, bzw. neue Mischtypen verdrängten ältere Typen. Es war
nirgendwo auf der Erde eine vollständige Ausrottung, bis auf die wahrscheinliche
Ausrottung von Giganthepecus, der (nach dem heutigen Kenntnisstand - leider
ohne genetische Verwandtschaftsuntersuchung) schon eine eigne Art darstellte,
die auch bei einer Mischung zumindest keine fruchtbaren Nachkommen mit
Homo Erektus hinterlassen konnte. Gerade der Mensch neigt mit seiner ausgeprägten
Sexualität nicht zur Abgrenzung. Dies zeigt sich z.B. auch auf den
Andamanen, wo die Urbevölkerung wahrscheinlich auch schon vor Jahrhunderttausenden (vielleicht
schon 1 Millionen Jahre) von den anderen Menschen isoliert waren und sich
jetzt mit den indischen Kolonisten mischen. Durch Vermischung und Selektion
entstanden immer wieder neue regionale Varianten des Menschen, so auch
in Europa.
Die Funde von Resten des Gigantopithecus wirft ganz besondere Probleme
auf. Seine systematische Stellung ist letztlich noch nicht übereinstimmend
geklärt. Er wird heute manchmal als Gorillavariante eingestuft, oft
jedoch als ein Australopithecus. Die herrschende Ansicht ist heute, das
es sich um eine weitere Form zwischen Gorilla und Homminiden handeln würde.
Doch wenn ein Gigantophitecus, wie auch immer eingestuft, die ostafrikanische
und vorderasiatischen offnen Flächen (viele tausend km) hätte
überwinden können, hätte es ein homminider Australopethicine
auf jeden Fall gekonnt, dies spricht für die Australopithecustheorie.
Die Annahmen für Besiedlungszeiten müssten ganz anders vorgenommen
werden. Die Seltenheit solcher Funde in Asien lässt noch viele
Überraschungen erwarten. (eigne Stellungnahme: z.B. eine Besiedlung
Asiens durch den Australopithecus bzw. andrer Formen des Australophithecus,
möglicherweise schon vor mehr als 1,8 Millionen Jahren). Gigantopithecus
soll vor 500.000 Jahren durch den Homo Erektus (pekinensis) ausgerottet
worden sein, welcher ihn jagte, bzw. mit ihm Krieg führte.
Die Nacktheit des Menschen ist ein besonderes Rätsel. Es wird
vermutet, das eine Teilpopulation des Menschen am und im Meer lebte und
deshalb die Haare am Körper verlor und ein für Wasserbewohner
typisches Unterhautfettgewebe entwickelte.
Die Region um Wetzlar war vom Klima so begünstigt, das es auch
vor 50000 Jahren in der Würmeiszeit von Menschen besiedelt blieb.
Vor etwa 8000 Jahren wanderten Bauern vom Balkan in andere Teile Europas
ein. Die neue Kultur/Ernährungsweise führte zu einem stärkeren
Bevölkerungszuwachs und Sesshaftigkeit. Sesshaftigkeit war eine Voraussetzung
für viele neue kulturelle Entwicklungen, z.B. natürlich des Siedlungsbaus.
Vor 17.000 Jahren wurde der nördliche Wolf zum Hund domestiziert.
Er wurde Helfer bei der Jagd und dem Hüten von Herden. Die Domestizierung
von Rindern, Schafen und Ziegen war als lebende Vorratshaltung begonnen
worden. Oft setzte sich eine gemischte Wirtschaftsweise durch. Neben der
Bewirtschaftung von Feldern wurde noch gejagt und gefischt und Haustiere
gehalten. Bergwerke zur Gewinnung von Salz und Feuerstein gab es schon
früh. Später kam noch die Gewinnung von Metallen hinzu.

Die Besiedlung der offnen Savannen hat besondere Anforderungen an die
Hominiden gestellt. Sie richteten sich zum Zweibeiner auf. Die Hand wurde
frei für den Werkzeuggebrauch. Er konnte schneller laufen, als mit
abstützen durch die Hände. Die Intelligenzentwicklung wurde forciert,
statt besondere Körpermerkmale, z.B. nahm die Gebissgröße sogar ab, weil er seine Gegner oder Beute nicht mehr beißen brauchte.
Die Entwicklung des Menschen ist durch eine "Verkindlichung" bis ins hohe
Alter geprägt, nicht nur durch die extrem verlängerte Kindheit.
Die Verkindlichung erleichterte die Zunahme des Gehirns und die Vergrößerung
der Neugier.
Vor etwa 400.000 Jahren haben Menschen begonnen Werkzeuge auch aus
Geweihen und Knochen statt nur aus Stein herzustellen. Eine wichtige Entwicklung
war natürlich die Verwendung des Feuers zum wärmen, garen, Räuchern
und Trocknen von Lebensmitteln. Auch die Holzsperrspitzen wurden im Feuer
gehärtet. Dies ermöglichte das Vordringen des Menschen in kältere
Regionen der Erde. Während einer Eiszeit vor 40.000 Jahren sank der
Meeresspiegel so, das auch Australien und Amerika besiedelt werden konnten.
Vor 2000 Jahren eroberten die Polynesier und Mikronesier dann mit ihren
Schiffen die Inseln des Pazifiks, Madagaskar und Neuseeland. Seit der Jungsteinzeit
haben sich die Umweltbedingungen des Menschen und damit die Selektionsbedingungen
sehr verändert. Der heutige Mensch wurde in der Altsteinzeit geformt.
Ab der Jungsteinzeit bestimmt der Mensch seine Umwelt sehr stark selbst.
Die Bevölkerungsdichte hat mit dem Ackerbau auch sehr stark zugenommen.
Sehr wahrscheinlich ist auch eine Auflösung der sogenannten Menschenrassen.
Seit dem Ende der Altsteinzeit hat die Mobilität stark zugenommen,
z.B. durch die Domestizierung von Reittieren bis heute, mit der Verwendung
von Flugzeugen. Besondere Erfindungen habe dann auch eine starke Völkerwanderung
ausgelöst und diese führten zu Vermischungen. So die Eisenverwendung
der Indogermanen. Der Schiffsbau hat die Besiedlung Amerikas, Australiens
und Polynesiens ermöglicht. Die Rassenauflösung ist in den USA,
der Karibik, Sibirien und Südafrika schon sehr fortgeschritten. Die
bisherigen Populationsgruppen waren in einer isolierten Situation als Anpassung
an eine Umweltsituation entstanden. Es war aber immer nur eine relative
Isolation auf Zeit. In dieser Zeit ohne größere Wanderungsbewegungen
wirkte weiter die Gendrift. Solche starken Mischungsvorgänge hat es
schon früher in Indien und Südostasien gegeben. Auch die Einwanderung
des Chro-Magnon-Menschen nach Europa ist ein Beispiel dafür, das von
Zeit zu Zeit auch starke Gen-Neukombinationen vorkamen, welche zu einer
Angleichung des Genpools in der Gesamt-Menschheitspopulation führten.
Weitere Beispiele sind die Ausbreitung der Araber über Nordafrika
und der Bantus über fast ganz Afrika südlich der Sahara, jeweils
in den letzten 2000 Jahren. Oft war es eine Kettenreaktion von Völkerwanderungen.
So wurde die Westausbreitung der Araber durch die indogermanische Ausbreitung
(Eroberung Anatoliens durch die Hethiter) mit ausgelöst. Die Araber
(Hyksos) hatten hierfür die Waffentechnologie der siegreichen Hethiter
übernommen.
Den Begriff des Homo sapiens "sapiens"(doppelt) halte ich für
quatsch. Sollte dieser Begriff auf alle heute lebenden Menschen angewendet
werden, kann damit nicht erklärt werden, warum heute lebende Altschichtpopulationsgruppen
sich stärker oder vergleichbar von anderen Populationsgruppen unterscheiden,
als z.B. der Neandertaler, welcher nicht als sapiens-sapiens bezeichnet
wird. Richtig ist doch die Feststellung, das sich die Hominidenentwicklung
das letzte mal entweder vom Schimpansen oder vom Giganthipecus als Art
abspaltete. Interessant wäre hier ein genetischer Vergleich, wie er
vor kurzem zwischen dem Neandertaler und heute lebenden Hominiden vorgenommen
wurde. Alle späteren Variationen waren nie so vollständig isoliert,
das es noch einmal zu einer Artabspaltung gekommen wäre.