Regionalgeschichte
Leun mein heutiger und Wetzlar mein langjähriger Wohnort liegen
im schönen Lahntal, in Mittelhessen, mit dem roten Punkt gekennzeichnet.
Auf der Grafik seht ihr die derzeitige Bundesrepublik Deutschland, mit
den 16 Bundesländern. Die BRD, auch in den Grenzen von 1990 ist nur
ein Teil des deutschsprachigen Raumes in Mitteleuropa. Die Alliierten Sieger
der beiden Weltkriege haben eine demokratische selbstbestimmte Bestimmung
der Staatsgrenzen Deutschlands unter Einschluss Österreichs und
von "Nachbarn" besetzter Gebiete verhindert.
Die Führer dieser Staaten beim Ende des 1. Weltkrieges, also vor
allem der Präsident der Weltmacht USA Wilson, trugen mit den diktierten
Bedingungen der sogenannten Friedensverträge von Versailles und Saint
Germain eine Hauptschuld am Ausbruch des 2. Weltkrieges in Europa und seiner
vielen Millionen Toten. Der Krieg in Asien hatte ja schon früher unabhängig
von den europäische Vorkommnissen begonnen. Selbst Hitler war hier
relativ austauschbar. Und das obwohl Wilson doch das Selbstbestimmungsrecht
als hohes demokratisches Gut proklamiert hatte. In der Realität wurde
demonstriert, das auch Staaten die sich als demokratisch verstehen wollten
andere Völker unterdrücken und ausbeuten können bzw. diese
Ausbeutung durch situative Bündnispartner zu ermöglichen, z.B.
auch um aus nationalistischen Statusgründen eine Hegemonialstellung
zu begründen. So wurden zahlreiche deutsche und ungarische Gebiete
von Nachbarstaaten annektiert. Nach dem 2. Weltkrieg wurden sogar noch mehr
Menschen ermordet und die meisten Menschen aus den östlichen annektierten Gebieten vertrieben. Die Hauptverantwortlichen Verbrecher und ihre Nutznießer
tun bis heute so, als ob die Verbrechen der Nationalsozialisten ihre Verbrechen
entschuldigt oder legitimiert hätten.
Sie handelten nach der kaputten Moral, die auch Hitler pflegte, man muss nur siegen, dann kann man selbst bestimmen, was moralisch ist.
Sie boten ein schlechtes Beispiel für die internationale Politik,
die bis heute Massenmord und Vertreibung als Mittel der Politik zulässt.
Die Geschichte wird durch die Sieger oft im Nachhinein umgeschrieben.
Wetzlar und Leun Orte liegen an der Lahn, nach Ihrer Richtungsänderung
nach Westen.
Diese Region an Lahn u. Dill war als Randgebiet der warmen u. fruchtbaren
Wetterau schon früh in der Steinzeit besiedelt u. nahm schon in der
Steinzeit viele Einwanderungsschübe auf. Als erster besiedelte der
Homo Erectus vor etwa 800.000 Jahren Europa. Er entwickelte sich in Mitteleuropa
während der letzten Eiszeiten zum typischen Neandertaler. Es handelte
sich nur um eine regionale Variante des Menschen ("Rasse" -Populationsgruppe),
nicht um eine eigne Art wie von manchen Wissenschaftlern und in halbwissenschaftlicher
Literatur verbreitet wird. Das die Erbanlagen der späteren Einwanderer
stark dominieren, darf nicht zu einer absoluten Aussage führen, der
Neandertaler wäre von den späteren Einwanderern ausgerottet worden,
ohne durch Vermischung in der späteren Bevölkerung fortzuleben. (s.
Evolution) Europa konnte erst vor 800000 Jahren besiedelt werden, als der
Mensch durch Verwendung von Feuer, Hütten und Fellkleidung kältere
Klimazonen bewohnen konnte. Vor 50000 und 30000 Jahren gab es neue Einwanderungen
aus Nordafrika und Vorderasien nach Europa. Der Typus des Homo sapiens
sapiens verdrängte ältere Typen. Es war nirgendwo auf der Erde
eine vollständige Ausrottung. Durch Vermischung und Selektion entstanden
neue regionale Varianten des Menschen. Die Region um Wetzlar war vom Klima
so begünstigt, das es auch vor 50000 Jahren in der Würmeiszeit
von Menschen besiedelt blieb. Vor etwa 8000 Jahren wanderten Bauern vom
Balkan in andere Teile Europas ein. Die neue Kultur/Ernährungsweise
führte zu einem stärkeren Bevölkerungszuwachs.
Das heutige Hessen war das kulturelle, sprachliche u. biologische Übergangsgebiet
zwischen dem Norddeutschen (Nordische Megalithkultur/Urgermanen) und dem
alpinen Raum.
Nach der Einwanderung der Schnurkeramiker/Streitaxtleute/Urindogermanen
aus dem "Nordkaukasus bzw. dem heutigen Russland" in mehreren Wanderungswellen
um etwa 3000 und 1200 Jahren vor Christus entstanden in Süddeutschland,
bis Hessen als Randgebiet, die Kelten. Die alpine Hallstadt-Kultur wandelte
zur Latene-Kultur der Kelten. Nördlich davon entstanden auch
aus Mischung der nördlichen Megalithleute mit den Schnurkeramikern
die Germanen.
Auch im Raum Wetzlar gibt es alte Gräberfelder. In der Bronzezeit
dominierten die Hügelgräber, welche z.B. im Wald von Finsterloh
zu finden sind. Anschließend setzte sich die Urnenfeldbestattung
durch.
Die Schnurkeramiker führten die Eisenverarbeitung in großen
Teilen Europas ein. Die Verwendung des neuen Metalls in der Kriegstechnik,
und im Ackerbau erklärt ihre militärische Überlegenheit
und ermöglichte ihre Ausdehnung auf fast ganz Europa und große
Teile Asiens (Indogermanen), mit den damit verbundenen Völkerwanderungen.
Dies betrifft vor allem die Ausbreitung der Sprache und den kulturellen Einfluss. Auf dieser Wanderung entstanden immer wieder neue Völker,
die sich wiederum weiter ausbreiteten. Die "Arier", die Indien eroberten,
hatten genetisch nicht mehr viel von den "Kurgan-Leute", die vom Wolga
Gebiet kommend den nördlichen Kaukasus eroberten, um sich dann als
Urindogermanen auszubreiten.
Die religiösen Mythen der Germanen deuten die historische Vermischung
von Indogermanen und nördlichen Megalithleuten als Kampf zweier Göttergeschlechter
an. Es hatte ja auch eine Vermischung der religiösen Vorstellungen
gegeben. Auch der heutige Hinduismus ist eine religiöse Vermischung,
zwischen Althinduismus und der indogermanischen Götterwelt. Die Indogermanen
kannten 2-4 Stände. "Edle" aus denen die Führer im Krieg (Herzöge)
gewählt wurden, Freier Krieger/Bauer, Priester/Heiler und Unfreie.
"Edle" waren eigentlich ursprünglich kein eigner Stand. Es waren angesehene
Freie die im Krieg oder Frieden Führungsaufgaben übernahmen.
Möglicherweise hat es auch nicht immer bei allen Indogermanen Unfreie
gegeben. Führer im Krieg wurden oft von Fall zu Fall aus dem Kreis
der Edlen gewählt (Herzog). Je größer die Stämme wurden,
konnten sich eine solche Führung als Fürst/König verfestigen.
Die Germanen hatten keine Berufspriester wie die Druiden bei den verwandten
Kelten. Edle übernahmen die Opferhandlungen für die Gemeinschaft,
der Hausherr für die Familie. Kriegsgefangene wurden zu Leibeigenen.
Mitglieder des eignen Stammes konnten z.B. durch eine verlorene Wette oder
Verschuldung zu Halbfreien (Schalk) werden.
Es bleiben viele Rätsel offen. Warum hatten die Urslawen und Balten
zwar eine indogermanische Sprache, aber eine ganz andere Religion, als
wir sie von den Indogermanen kennen? Eine Möglichkeit wäre, das
es die Religion der Kurgan-Leute ist, während nach der Vermischung
mit dem Bauernvolk im Nordkaukasus die typische indogermanische Götterwelt
(des Bauernvolkes) vorherrschte. Das würde bedeuten, das ein Teil
der nördlichen Indogermanen gar nicht aus dem Kaukasus kommt. Ein
Teil der Kurgan-Leute oder verwandte Völker könnten unvermischt
in Siedlungsgebieten nördlich des im Nordkaukasus entstandenen neuen
Volkes gesiedelt haben, als Vorfahren der Slawen, Balten und vielleicht
auch der Germanen. Die Balten und vielleicht auch die Germanen könnten
aus der Mischung von nördlichen Megalithleuten und den Kurgan-Leuten
entstanden sein. Dies entspräche der genetischen Situation. Fraglich
wäre in diesem Zusammenhang die sprachlichen und religiösen Unterschiede
zwischen Germanen und Balten. Möglicherweise waren es doch zwei Völker,
die einerseits etwas verwandt waren, so das die Sprachwissenschaftler von
einer Wurzel ausgehen und doch müssen sie sich schon sehr unterschieden
haben um bei der Vermischung mit den relativ einheitlichen Megalithleuten
zur Entstehung von 2 Völkern zu führen (Germanen und Balten).
Sprachlich und religiös stehen die Balten den Slawen näher, genetisch
stehen die Balten zwischen den Germanen und Slawen. Die Slawen stammen
wahrscheinlich aus der Vermischung von Kurgan-Leuten mit der "Urbevölkerung"
im westlichen Russland. Die anderen südeuropäischen Indogermanischen Völker
könnten ihre Basis in den Urindogermanen im nördlichen
Kaukasus nach der Vermischung mit dem Bauernvolk gehabt haben. Dies würde
auch die sprachliche kulturelle und genetische Situation der späteren
indogermanischen Völker besser erklären.
Die Kaukasusbevölkerung hat zum großen Teil schwarze Haare.
Diese Eigenschaft ist dominant. Würde das indogermanische Element
bei Germanen, Slawen und Balten aus dem Kaukasus stammen, müsste diese Eigenschaft bei diesen Völkern häufig vorgekommen sein.
Es gab sie aber praktisch nicht. Wahrscheinlich waren die Kurgan-Leute
braunhaarig, wie es jetzt viele Leute in Mitteleuropa sind. Die in der
Sprachwissenschaft und unter Historikern weitverbreitete Kaukasushypothese
ist eigentlich für die Nordeuropäischen Indogermanen unmöglich (widerlegt).
Hier bleiben noch viele Fragen offen. Die sprachlichen, kulturell-religiösen
und genetischen Befunde scheinen sich bei den Germanen etwas zu widersprechen.
Die Religion der Indogermanen die zur Entstehung des Volkes der Germanen
beitrugen entsprach gemäß den germanischen Mythen der Struktur
der südlichen Indogermanen, bei denen Dunkelhaarigkeit wie im Kaukasus
häufig war.
Wahrscheinlich war die Megalithkultur, die Kultur der Bevölkerung
vor dem Einwanderungsschub des Balkanvolkes.
Der Dünsberg bei Gießen beherbergte ein keltisches Opodium,
eine Großstadt. Sie war 90 ha groß sein und war von 3 Ringwällen
umzogen. Die Erd/Holzmauer war 5 m hoch und 5 m breit. Es war auch eine
Fluchtburg für die Siedlungen der Umgebung. Die Kelten waren hier
aus der Verbindung der ab etwa 1000 v. Chr eingewanderten Indogermanen
mit den Leuten der alpinen Kultur entstanden. Sie bildeten aber kein einheitliches
Reich, sondern viele selbständige Stämme/Fürstentümer.
Später nutzten die Germanen diese Befestigungen als Volksburgen (Teuteburgen).
Um etwa 100 v. Chr. wanderten Germanen aus dem heutigen Niederlanden in
den größten Teil von Hessen ein u. assimilierten die nahestehenden
Kelten zu Germanen, den Chatten. Der Übergang von der keltischen zur
germanischen Kultur bleibt ohne schriftliche Quellen in vielerlei Hinsicht rätselhaft. Hier können auch die Römer eine politische Rolle
gespielt haben. Vielleicht wurde ein Teil der hessischen Kelten von den
Römern in Galien angesiedelt. Zur Zeit finden weitere Ausgrabungen
am Dünsberg statt. Bisherige Funde deuten auf eine Römisch-Keltische
Schlacht am Dünsberg. Möglicherweise haben militärische
Auseinandersetzungen zwischen Römern und Kelten den Germanen die Eroberung/Besiedlung
Hessens erleichtert. In Südhessen wanderten die Hermunduren ein, die
vorher an der Elbe lebten. Leider weis man über den genauen historischen
Vorgang wenig. Praktisch dehnte sich das germanische Siedlungsgebiet dauernd
aus. Zuvor dehnten die Kelten ihr Siedlungsgebiet über weite Teile
Europas aus, bis sie von den Römern und dann von den Germanen besiegt,
verdrängt und assimiliert wurden. So gab es auf dem heutigen Stadtgebiet
von Wetzlar 3 keltische Siedlungen. Nach dem fränkischen Sieg über
die Hermunduren, wanderten viele Hermunduren ins heutige Thüringen
ab. Südhessen und "Franken" wurden fränkisch. Wahrscheinlich
wurden die Kelten nach Süden und Gallien verdrängt. So fällt
die Gründung des keltischen Fürstentums Noricum und das keltische
Eindringen nach Norditalien in die Zeit, in welcher die Germanen weite
keltische Gebiete in Hessen, Belgien und den rheinischen Gebieten und dann
auch Böhmen und später Bayern eroberten.
Um Christi Geburt drangen die Römer bis in das Lahngebiet vor
und errichteten mehrere militärische Stützpunkte. So werden jetzt
die Militärlager in Dorlar bzw. Siedlungsreste einer angegliederten
Siedlung bei Waldgirmes ausgegraben. Außerdem wurden einige Schatzfunde
aus dieser Zeit gemacht. Im Militärlager in Dorlar waren 2000 römische
Soldaten stationiert. Es konnte mit seinen 20 ha kurzfristig eine ganze
Legion aufnehmen. Waldgirmes war eine Stadt in Gründung, denn eigentlich sollte von hier aus weiteres germanisches Gebiet erobert und verwaltet
werden. Der Name Wald -"germice" ist keltische Ursprungs.
(s. http://home.knuut.de/stefan.dornbusch/roemer/anfang.htm)
Nach der Haupt - Schlacht im Teuteburger Wald im 9. Jahr nach Christi mussten
die Römer die Lahnregion, also schon nach wenigen Jahren
wieder aufgeben und zogen sich bis in die Wetterau zurück.
In dieser Schlacht standen sich auf beiden Seiten Germanen gegenüber,
denn viele Germanen, auch Chatten hatten sich von den Römern anwerben
lassen. Diese Schlacht überlebten nur wenige Römische Soldaten.
Die Gefangenen wurden Odin geopfert. Möglicherweise folgten dieser
Hauptschlacht weiter kleinere Schlachten entlang des bisherigen Limes.
Die Chatten gehörten zum fränkischen Stammesbund. Chlodwig
einigte ab 486-511 mit kriegerischen Mitteln die meisten fränkischen
Gebiete. Er versöhnte die gallisch-römische Bevölkerung
im Westen mit seiner Herrschaft, indem er zum Katholizismus übertrat.
In den östlichen Reichsteilen bekämpfte er dann den alten Glauben
an Odin und die christlichen Arianer, die schon erfolgreich missioniert
hatten. Um 507 wurden die Westgoten besiegt und aus "Südfrankreich"
verdrängt. Zwischen 530 und 537 wurden Burgunder, Alemannen und Thüringer
besiegt. Bayern wurde 788 und die Lombardei wurde 796 dem Frankenreich
eingegliedert. Das Sachsenland war etwa um 804 unterworfen. Um 870 n. Chr.
wurde dann aber das Frankenreich in 3 Teile geteilt. Das Mittelreich Lothringen bestand nur kurz und wurde wieder aufgeteilt, dem West- und dem Ostfrankenreich
zugeordnet. Das Ostfrankenreich vereinte das gesamte Südgermanische/deutsche
Sprachgebiet und romanische und slawische Minderheiten.
Die Region an Lahn und Dill gehörte also nach dem Fränkischen,
dem Ostfränkischen Reich, dem Heiligen Römischen Reich Deutscher
Nation, dem Norddeutschen Bund, dem Deutschen Reich von 1871, der Weimarer
Republik, dem nationalsozialistischen Reich u. der Bundesrepublik Deutschland
an. Die Niederlande und die Schweiz schieden erst vor etwa 300 Jahre aus
dem staatlichen Verband aus. Die Schweiz als Folge des erfolgreichen Bauernaufstands
gegen die Habsburger Herrschaft, die Niederlande, weil sie bei einer Erbteilung
der Habsburger der spanischen Herrschaft zugeordnet wurde. Als die Niederlande
sich von der spanischen Herrschaft befreiten wurden sie ganz selbständig.
Die meisten Siedlungen im Lahn-Dill-Gebiet wurden um 800 n. Chr. erstmals
urkundlich erwähnt, so auch Stadtteile von Wetzlar u. Leun. Die Stadtentwicklung
auf dem Gebiet der Wetzlarer Altstadt, als Kern der "Stadt Wetzlar" ist
ziemlich gut bekannt (nicht die genaue Siedlungsgeschichte in der Gemarkung
Wetzlar, also älterer keltischer und germanischer Siedlungen). 897
n. Chr. lies ein konradinischer Graf mit Namen Gebhardt an der Stelle des
heutigen Wetzlarer Doms eine Kirche errichten. Konrad I. war 911-918
gründete an derselben Stelle im 10. Jh. ein Stift zu Ehren Mariens.
Handwerker und Händler siedelten sich an, ein kleiner Marktort entstand.
Der Dom ist mit der alten Lahnbrücke das Wahrzeichen von Wetzlar.
Es war lange Zeit auch noch von vielen Bauern bewohnt, welche ihr Vieh
aus der Stadtmauer auf die Weiden, bzw. die Schweine z.B. durch den Säuturm
aus der Stadt in den Wald trieben. Eine eindrucksvolle Basilika entstand
als neue Stiftskirche im Stil der Spätromantik. Die Altstadt
wurde von einer Stadtmauer umgeben. Wetzlar wurde freie Reichsstadt, d.h.
reichsunmittelbar nur dem Kaiser und Reichstag untertan. Der Reichstag
war die oberste Instanz im Reich. Auf ihm wurde auch der Kaiser von den
Kurfürsten gewählt.
Auf dem Stadtgebiet Wetzlars existierten allerdings schon Jahrhunderte
v. Chr. 3 keltische Siedlungen. 1862 wurden Reste eines germanischen Dorfes
in Naunheim (einem Wetzlarer Stadtteil) gefunden. Erst jetzt werden sie
richtig ausgegraben. Es stellte sich heraus, das die Bewohner trotz der
Nähe zur Römischen Militärgrenze wenig von der römischen
Lebensweise übernommen hatten. Erst später wurde die Landwirtschaft
über die Klöster durch römische Elemente beeinflusst.
Der direkte Kontakt im Lahngebiet war ja auch nur kurz. Erst in der Wetterau
war der römische Einfluss größer und länger.
Die Bevölkerung Wetzlars war im Mittelalter relativ groß,
um 1400 n. Chr. etwa 6000 Menschen, während Frankfurt etwa 10000 Einwohner
hatte. Andere Städte des Heiligen Römische Reiches Deutscher
Nation wie Köln, Hamburg, Danzig, Mailand, Gent und Amsterdam waren
größer. Eine große Stadtmauer mit 1,7 km Länge, 1,5
m Dicke und bis 10 m Höhe war ein gewaltiges Bauwerk zum Schutze Wetzlars.
Kaiser Maximilian gründete 1495 das Reichskammergericht. Sein erster
Sitz war Speyer. Durch den Pfälzischen Erbfolgekrieg musste das
Reichskammergericht verlagert werden, welches ab 1693 in Wetzlar ansässig
war. Dort erhielt Goethe seine praktische Gerichtsausbildung und schrieb
den Roman die "Leiden des jungen Werther".
Leun gehörte zum Fürstentum Hessen-Nassau.
Nach dem Tode von Kaiser Friedrich Barbarossa trat Thiele Kollup 1284
n. Chr. in Köln als Kaiser Friedrich Barbarossa auf. Er kam danach
auch nach Wetzlar und gab sich als der verstorbene Kaiser aus. (Der falsche
Kaiser) König Rudolf von Habsburg, welcher aus dem benachbarten Weilgau
stammte, lies Wetzlar belagern u. Thiele Kollup am 7.7.1285 n. Chr. hinrichten.
Sein Grabmahl liegt in der Friedenstraße an einer Teichanlage,
gegenüber einem Holz-Wetterschutzhaus.
Kaiser Friedrich der 1. (Kaiser Barbarossa) 1152-1190 n. Chr lies die
Reichsburg Kalsmunt errichten.
Rund um Wetzlar wurden Wachtürme errichtet, so die Brühlsbacher Warte (Bleistiftturm). Die Garbenheimer Warte wurde in der Neuzeit zu einem
Bismarkturm umgebaut. Im Jahre 1391 überfiele die Grafen von Solms
und Katzenellenbogen die Brühlsbacher Warte und zerstörten sie.
Sie wurde durch einen Neubau ersetzt.
Frankenkönig Chlodwig trat, wie versprochen, nach seinem Sieg
über die Alemannen um etwa 600 nach Chr. zum Christentum über.
Als dessen Folge wurde auch Hessen etwa um 800 n.Chr. zum Christentum
bekehrt. So kommt es, das viele Kirchenbauten kurz nach dem Religionswechsel
begonnen wurden. Die alte Religion wurde im Freien ausgeübt. Oft wurden
die Kirchen auf den Eichenhainen, den bisherigen Verehrungsorten errichtet
um die Überlegenheit des neuen Gottes zu beweisen. Dies wurde in der
ganzen Welt von vielen Religionen praktiziert. Die Moslems haben z.B. auf
von den Hindus verehrten Plätzen und dem Tempelberg der Juden ihre
Moscheen gebaut.
So missionierte der irische Mönch Bonifatius sehr erfolgreich
und radikal.
Er schändete die Germanischen Heiligtümer (z.B. alte Eichen).
Als der Zorn der Götter ausblieb traten die Chatten zum Christentum
über.
Nach der Pest stieg die Bevölkerung zwischen 1100 und 1300 Jh.
N. Chr. von etwa 9 auf 21 Millionen Einwohner im Heiligen Römischen
Reich Deutscher Nation durch die Dreifelderwirtschaft, neue Siedlungen
in Wäldern, Gebirgen Mooren und Ostdeutschland sowie durch neue Agrartechniken
stark an. So verbreiteten die Klöster immer mehr Nahrungsmittel, die
aus dem Mittelmehrraum stammten, später kamen auch Kulturpflanzen
aus Asien und Amerika hinzu. So ergänzten Weizen und Gerste immer
mehr die Ernährung durch Hafer und Hirse. Die Kulturpflanzen wurden
auch immer ertragreicher.
An der Ostkolonisation in Deutschland waren Hessen nicht so stark beteiligt.
Schon vor 250 Jahren begann eine Auswanderungsbewegung aus Hessen, vor
allem nach Russland und immer mehr auch nach Amerika.
Durch die Eisenerzvorkommen konnte ab etwa 1850 n. Chr. die Eisen- u.
später als Veredelung die Stahlerzeugung die Industrialisierung voranbringen.
Als Folge der Roheisengewinnung entwickelte sich die Stahlverarbeitung,
Werkzeug und Maschinenproduktion.
Ein Nebenprodukt der Stahlerzeugung wurde die Zementherstellung.
Ein Denkmal der Eisenerzgewinnung kann man in Oberbiel besichtigen,
das Besucherbergwerk "Grube Fortuna".
Diese Grubenanlage beherbergt auch das deutsche Grubenbahnmuseum mit
vielen funktionierenden Schmalspurbahnen.
Diesel- und Dampflokomotiven kann man in Aktion sehen. (siehe Regionalgeografie)