Regionalgeografie

Leun mein heutiger und Wetzlar mein langjähriger Wohnort liegen im schönen Lahntal.
Der Ort liegt an der Lahn, nach Ihrer Richtungsänderung nach Westen.

Diese Region an Lahn u. Dill war als Randgebiet der warmen u. fruchtbaren Wetterau schon früh in der Steinzeit besiedelt u. nahm schon in der Steinzeit viele Einwanderungsschübe auf.
Das heutige Hessen war das kulturelle, sprachliche u. biologische Übergangsgebiet zwischen dem Norddeutschen (Nordische Megalithkultur/Urgermanen) u. alpinen Raum (s. Geschichte).

Nach der Pest stieg die Bevölkerung zwischen 1100 und 1300 Jh. N. Chr. von etwa 9 auf 21 Millionen Einwohner im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation durch die Dreifelderwirtschaft, neue Siedlungen in Wäldern, Gebirgen Mooren und Ostdeutschland sowie durch neue Agrartechniken stark an. So verbreiteten die Klöster immer mehr Nahrungsmittel, die aus dem Mittelmehrraum stammten. So ergänzten Weizen und Gerste immer mehr die Ernährung durch Hafer.
An der Ostkolonisation in Deutschland waren Hessen nicht so stark beteiligt. Schon vor 250 Jahren begann eine Auswanderungsbewegung aus Hessen, vor allem nach Russland und immer mehr auch nach Amerika.

Durch die Eisenerzvorkommen konnte ab etwa 1850 n. Chr. die Eisen- u. später als Veredelung die Stahlerzeugung die Industrialisierung voranbringen.
Als Folge der Roheisengewinnung entwickelte sich die Stahlverarbeitung, Werkzeug und Maschinenproduktion.
Ein Nebenprodukt der Stahlerzeugung wurde die Zementherstellung.
Ein Denkmal der Eisenerzgewinnung kann man in Oberbiel besichtigen, das Besucherbergwerk "Grube Fortuna".
Diese Grubenanlage beherbergt auch das deutsche Grubenbahnmuseum mit vielen funktionierenden Schmalspurbahnen.
Diesel- und Dampflokomotiven kann man in Aktion sehen.

Auch die Mechanische Industrie und auch die optische Industrie konnten sich entwickeln.
Hier hatten starke Unternehmerpersönlichkeiten wie Ernst Leitz einen starken Anteil. Es entstanden mehrere große Unternehmen, wie Leitz, Hensoldt, Buderus.

Nach dem Krieg verdoppelte Wetzlar durch die Aufnahme von Vertriebenen seine Einwohnerzahl. Wetzlar hatte in diesem Jahrhundert überhaupt ein starke Bevölkerungszunahme zu verzeichnen. 1910 wurden in Wetzlar erst 11000 Einwohner gezählt.
Die Aufnahme der Vertriebenen hatte als Spätfolge eine starke Zuwanderung von Aussiedlern (Familiennachzug) zur Folge. In den 70 er Jahren kamen auch viele Einwanderer aus Südeuropa in den Raum Wetzlar.

In den letzten Jahren hatte es einen starken Strukturwandel in der einheimischen Industrie gegeben.
Die Großindustrie wurde aufgegliedert und verlor Arbeitsplätze.
Die Kleinunternehmen und die Mittelständische Industrie schufen dagegen viele neue Arbeitsplätze, konnten jedoch die Arbeitslosenquote nicht senken.

In Wetzlar wurden beide Kasernen, die Spielburg-Kaserne und die Six-von-Armin-Kaserne, geschlossen.
Die freiwerdenden Flächen werden jetzt zur Ansiedlung von Gewerbe und für den Wohnungsbau genutzt.

Die durch Zuwanderung schnell wachsende und der relativ junge Bevölkerung, hat einen Bauboom ausgelöst.
Der Stadtteil Blankenfeld entstand, andere Stadtteile an den Außengrenzen der Stadt Wetzlar wurden vergrößert.

Die Firmen Leica Mikrosystems und Philips haben Ihre Entscheidungs- u. Entwicklungszentren nach Wetzlar verlegt, jedoch die Produktion nach Außerhalb verlagert. Nach 129 Jahren verschwand der weltberühmte Name Leitz Wetzlar am 2. 2.1998. Zeitweise hatten bis zu 7000 Menschen bei Leitz gearbeitet.

Die Stadt Leun entstand 1972 durch den Zusammenschluss der Dörfer Leun, (inkl. Leun-Lahnbahnhof), Stockhausen, Biskirchen und Bissenberg.
Leun hat heute etwas 6.000 Einwohner.