Leun mein heutiger und Wetzlar mein langjähriger Wohnort liegen im schönen Lahntal, in Mittelhessen, mit dem roten Punkt gekennzeichnet.

Die religiösen Mythen der Germanen deuten die historische Vermischung
von Indogermanen und nördlichen Megalithleuten als Kampf zweier Göttergeschlechter,
der Wanen und Asen an. Diese Religion hatte noch sehr viele naturreligiöse
Vorstellungen. Zwerge, Nymphen und Riesen vervollständigten die Weltanschauung
der Germanen. Auch die Germanischen Götter und Geister wurden nach
der Christianisierung in neuer Form in Mythen, Märchen und Sagen weiter
in Erinnerung behalten. Nie wird der alte Glaube ganz aufgegeben. So ergeben
sich bei der Ausbreitung einer Religion bald neue Varianten. Man kann soweit
gehen, das der Protestantismus in Deutschland und Skandinavien auch Wurzeln
in alten germanischen Religionsvorstellungen hat.
Es hat immer wieder deutlich Vermischungen der religiösen Vorstellungen
gegeben. Auch der heutige Hinduismus ist eine religiöse Vermischung,
zwischen Althinduismus und der indogermanischen Götterwelt. Der Budismus
hat in seiner Ausbreitung nach Tibet, China und Japan viele regionale religiöse
schamanistische Vorstellungen aufgenommen.
Es bleiben viele Rätsel offen. Warum hatten die Urslawen und Balten
zwar eine indogermanische Sprache, aber eine ganz andere Religion, als
wir sie von den Indogermanen kennen? Eine Möglichkeit wäre, das
es die Religion der Kurgan-Leute ist, während nach der Vermischung
mit dem Bauernvolk im Nordkaukasus die typische indogermanische Götterwelt
(des Bauernvolkes) vorherrschte. Das würde bedeuten, das ein Teil
der nördlichen Indogermanen gar nicht aus dem Kaukasus kommt. Ein
Teil der Kurgan-Leute oder verwandte Völker könnten unvermischt
in Siedlungsgebieten nördlich des im Nordkaukasus entstandenen neuen
Volkes gesiedelt haben, als Vorfahren der Slawen. Die Balten und vielleicht
auch die Germanen könnten aus der Mischung von nördlichen Megalithleuten
und den Kurgan-Leuten entstanden sein. Die anderen Indogermanischen Völker hätten ihre Basis in den Urindogermanen im nördlichen Kaukasus
nach der Vermischung mit dem Bauernvolk. Dies würde auch die sprachliche
kulturelle und genetische Situation der späteren indogermanischen
Völker besser erklären.
Die Vorindogermanische alpine Bevölkerung verehrte die Erde als
weibliche Mutter - Göttin, z.B. der Fruchtbarkeit.
Die Indogermanen hatten ihre Göttervorstellungen schon sehr vermenschlicht.
Um Christi Geburt drangen die Römer bis in das Lahngebiet vor
und errichteten mehrere militärische Stützpunkte.
Nach der Schlacht im Teuteburger Wald im 9. Jahr nach Christi mussten die Römer die Lahnregion, also schon nach wenigen Jahren wieder aufgeben.
Die Überlebenden gefangenen römischen Soldaten wurden Odin geopfert,
indem sie zwischen 2 Bäumen gebunden zum Himmel geschleudert und zerrissen
wurden. In Eichehainen wurden blutige Opfer, auch Menschenopfer gebracht.
So blieb der direkte religiöse Einfluss der Römer gering.
Erst später drang das Christentum über die westlichen Teile des
Frankenreiches auch ins die östlichen Reichsteile.
Frankenkönig Chlodwig trat, wie versprochen, nach seinem Sieg
über die Alemannen um etwa 600 nach Chr. zum Christentum über.
Als dessen Folge wurde auch Hessen etwa um 800 n.Chr. zum Christentum bekehrt.
So kommt es, das viele Kirchenbauten kurz nach dem Religionswechsel begonnen
wurden. In der Frühzeit konkurrierte der Katholizismus mit dem Arianismus.
Dies resultierte aus einer frühen Kirchenspaltung. Vor allem die Ostgermanen
wandten sich dem Arianismus zu. Doch als sie sich in Spanien, Frankreich
und Italien niederließen nahmen sie den Katholizismus an, um den Gegensatz
zur einheimischen Bevölkerung zu reduzieren. Die alte Religion wurde
im Freien ausgeübt, um den göttlichen Naturgewalten nah zu sein.
Oft wurden die Kirchen auf den Eichenhainen, den bisherigen Verehrungsorten
errichtet um die Überlegenheit des neuen Gottes zu beweisen. Dies
wurde in der ganzen Welt von vielen Religionen praktiziert. Die Moslems
haben z.B. auf von den Hindus verehrten Plätzen und dem Tempelberg
der Juden ihre Moscheen gebaut.
So missionierte der irische Mönch Bonifatius sehr erfolgreich
und radikal.
Er schändete die Germanischen Heiligtümer, indem er in den Opferhainen
alte Eichen fällte.
Als der Zorn der Götter ausblieb traten die Chatten zum Christentum
über. Einige alte Traditionen überdauerten allerdings zumindest
zeitweise. Alte Götter wurden in Geister und Sagengestalten umgewandelt,
wie Frau Holle, Zwerge, Riesen, Nixen und Elfen. Die Verschmelzung der
2 Göttergeschlechter der Megalithleute und der Indogermanen führte
zu einer gewissen religiösen Verwirrung. Sie rangen miteinander. Ziu (Zeus),
Wotan (Vater der Götter), und Odin konkurrierten als oberster Gott.
Donar/Thor war der Gott des Donners. Frigg/Frija (die Liebliche) war die
Frau Wotans und die Göttin der Fruchtbarkeit. Allerheiligen wurde
schon in vorchristlicher Zeit von den Kelten als Totengedenktag zelebriert (Haloween).
Fasching war die Zeit, in der die Geister des Winters vertrieben wurden.
Auch Erntedank war ein hoher vorchristlicher Bauernritus. Während
die Kelten Berufspriester/Heilkundige, die Druiden kannten, kannten die
Germanen keinen Priesterstand. Bei den Kelten hatten weibliche Götter
eine größere Bedeutung als bei den Germanen. Hier wirkte der Einfluss
der alpinen Religion mit der Verehrung der Mutter Erde als
Lebensspendende Hauptgöttin nach. Für religiöse Handlungen,
z.B. Opferhandlungen wurden bei den Germanen vornehme Männer zu Priestern gewählt. Für die Familie opferte der Hausherr, für die Sippe
der Sippenälteste. Die Sippe richtete sich nach der männlichen
Verwandtschaft.
Die Übernahme des Christentums, mit vielen Vorstellungen und Bräuchen
aus dem Orient brachte Probleme mit sich. Der Gedanke von der Liebe gegenüber
dem Feind konnte sehr lange nur oberflächlich wirken. Auch die Reformation
war mit eine Folge dieser Probleme. Die ursprüngliche germanische
Gesellschaft widerstrebte einer Herrschaft, z.B. eines Königs oder
Papstes. Die Frankenkönige förderten das Christentum auch, um
demokratische/anarchische Bestrebungen zu unterbinden.
s. auch http://www.boudica.de/