Beschreibung und Geschichte von Wetzlar

Die Region um Wetzlar war schon lange in der Altsteinzeit besiedelt (siehe Regionalgeschichte). So bestanden auf der Gemarkung Wetzlars drei keltische Siedlungen. In der Nähe liegt der Dünsberg, eine keltische Fluchtburg. Dort hat wahrscheinlich kurz vor der Zeitenwende eine Schlacht zwischen Römern und Kelten stattgefunden. Dies hat die Besiedlung durch die fränkischen Chatten begünstigt. Wir wissen leider nichts über das Schicksal der hier früher lebenden Kelten. Es gibt Hypothesen über Assimilierung und Verdrängung, eventuell einer Ansiedlung in Gallien (Frankreich) oder einer Wanderung nach Norditalien (Über Hinweise bin ich dankbar). Der Limes verlief  um Chr. Geburt etwas südlich von Wetzlar. Die Römer hatten in Dorlar ein Militärlager und in Waldgirmes eine zivile Siedlung errichtet. Nach der Schlacht im Teuteburger Wald 9 Jahre nach Chr. verließen die Römer die Region um Wetzlar, also nach kurzer Zeit und zogen sich bis in die fruchtbare Wetterau zurück. Die kulturellen Einflüsse der Römer stammen wahrscheinlich aus der späteren Zeit und wurden über die Klöster vermittelt. Wetzlar liegt in Mittelhessen an der Lahn, kurz nach ihrer Richtungsänderung nach Westen. Dei meisten germanischen Siedlungen wurden als Einzelhöfe verstreut um Chr. Geburt gegründet. Möglicherweise blieben die keltischen Siedlungen auch nach der germanischen Besiedlung als Ortschaften erhalten. Siedlungen im heutigen Wetzlar gehörten zum fränkischen -, ostfränkischen Reich, dem Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation, dem Norddeutschen Bund, dem Deutschen Reich von 1871, der Weimarer Republik, dem nationalsozialistischen Reich und der Bundesrepublik Deutschland an. 

Die meisten Siedlungen im Lahn-Dill-Gebiet, so auch heutige Stadtteile von Wetzlar wurden um 800 n. Chr. zuerst urkundlich erwähnt. Die Stadtentwicklung auf dem Gebiet der Wetzlarer Altstadt, als Kern der Stadt Wetzlar ist ziemlich gut bekannt. 897 n. Chr. lies ein konradienischer Graf mit Namen Gebhardt an der Stelle des heutigen Wetzlarer Doms eine Kirche errichten. Konrad I. ließ 897 durch seinen Bruder, Bischof Rudolf von Würzburg, in Wetzlar eine Salvator-kirche weihen. Die Konradiner gründete kurz darauf im 10. Jh. einen Stift zu Ehren Mareins (Marienstift). Handwerker und Händler siedelten sich an, ein kleiner Marktort entstand. Der Dom ist mit der alten Lahnbrücke das Wahrzeichen von Wetzlar. Wetzlar wurde 1142 erstmals in lateinischer Form als Witflaria urkundlich erwähnt. Der Name welcher vom Wetzbach kommt und Lichtung/Waldrodung am Wetzbach heißt, hat wahrscheinlich eine keltische Wurzel.


Wetzlar war lange Zeit noch von Bauern bewohnt, welche ihr Vieh aus der Stadtmauer auf die Weiden, bzw. die Schweine durch den Säuturm aus der Stadt in den Wald trieben. Eine eindrucksvolle Basilika entstand als neue Stiftskirche im Stil der Spätromantik. Die Altstadt wurde von einer massiven Stadtmauer von 1.5 m Dicke und 1,7 Km Länge umgeben. 1180 verlieh Kaiser Friedrich den Kaufleuten von Weteflare die gleiche Rechte wie den Frankfurter Kaufleuten. Wetzlar wurde freie Reichsstadt, d.h. reichsunmittelbar nur dem Kaiser und Reichstag untertan. Die Bevölkerung Wetzlars war im Mittelalter relativ groß, mit um 1400 n. Chr. etwa 6000 Einwohner eine sehr große Stadt. Später ging die Einwohnerschaft, während allgemein die Einwohnerzahlen stiegen, zurück. Nach dem Tode von Kaiser Friedrich Barbarossa trat Thiele Kolup 1284 n. Chr. in Köln als der verschollene Kaiser auf. Er kam danach auch nach Wetzlar. König Rudolf von Habsburg, welcher aus dem benachbartem Weilgau stammte, lies Wetzlar belagern und lies Thiele Kolup am 7.7.1285 n. Chr. als falschen Kaiser hinrichten. Sein Grabmahl liegt in der Friedensstraße an einer Teichanlage, gegenüber einem Holz-Wetterschutzhaus.
Kaiser Friedrich der 1. (Barbarossa) lies 1152-1190 n. Chr. die Reichsburg Kalsmunt errichten.

Rund um Wetzlar wurden  Wachtürme errichtet, so die Brühlsbacher Warte (Bleistiftturm). Die Garbenheimer Warte wurde in der Neuzeit zu einem Bismarkturm umgebaut. Im Jahr 1391 überfielen die Grafen von Solms und Katzenellenbogen die Brühlsbacher Warte und zerstörten sie. Sie beschossen vom Karlsmuntberg auch die Stadt Wetzlar mit Pulvergeschützen. Die Brühlsbacher Warte wurde dann durch einen Neubau ersetzt. 1236 kam Friedrich II nach Wetzlar und nahm die Huldigung der Bürger entgegen. 1254 schloss sich Wetzlar dem Rheinischen Städtebund an, der einen 10 Jahre gültigen Landfrieden einschließt.

Zwischen 1050 u. 1250 n. Chr. forderte die Pest viele Opfer. Einer Pestepidemie vielen 900 Einwohner zum Opfer. Als die Pest die Bevölkerung des benachbarten Dorfes Bübelingshusen aus der Sippe der Bübelinge fast ausgerottet hatte, wurden 3 überlebende Frauen in Wetzlar aufgenommen und gepflegt. Sie vermachten ihr Dorf der Stadt Wetzlar. Nach dem 2. Weltkrieg entstand dann dort der Stadtteil Büblingshausen, um vor allem die Heimatvertriebenen unterbringen zu können, welche in Menschenverachtenderweise von den Alliierten Siegern des 2. Weltkrieges vertrieben wurden.
Die Wetzlarer Juden wurden während der Pest als Sündenböcke für die Pest verantwortlich gemacht. Ihr Viertel wurde verbrannt. Ein sehr trauriges Kapitel unserer Geschichte, welches zeigt, das es immer wieder dumme menschenverachtende Idioten in verschiedenen Zeiten und Völkern gab und gibt. Das Leben ist mit Toleranz, Sympathie und Hilfe eigentlich doch schöner.
1296 wurde die Wetzlarer Währung erstmals erwähnt. 1318 verlieh der deutsche König Ludwig der Bayer der Stadt einen zweiten Jahrmarkt, den Gallusmarkt, der noch heute im Oktober stattfindet. Ein 1. Kaufhaus mit Waage wurde errichtet, Verbrauchssteuern durften erhoben werden. Im 30 jährigen Krieg drangen 1630  4000 Mann hessische Soldaten unter Landgraf Ludwig V. in Wetzlar ein, um die Anerkennung seiner Herrschaft zu erzwingen. 1631 besetzten erst Spanier die Stadt, dann zogen sie sich zurück, um einem schwedischen Heer Platz zu machen. 1635-1636 forderte die Pest begünstigt durch den Krieg und Hungersnot 1000 Opfer. 1648 zum Ende des 30 jährigen Krieges hatte Wetzlar nur noch 1250 Einwohner. 1673 drang ein französisches Heer unter Marschall Turenne bis in unsere Region vor und nahmen in Wetzlar "Quartier".  Dennoch wurde das 1495 von Kaiser Maximilian gegründete Reichskammergericht 1693 nach dem pfälzischen Erbfolgekrieg nach Wetzlar verlegt, obwohl dieses durch den 30 jährigen Krieg und die Pest sehr gelitten hatte. In Wetzlar absolviert Goethe auch ein 3 monatiges Gerichtspraktikum und schrieb seinen Roman die Leiden des jungen Werther. Hintergrund war auch der Freitod des Legationssekretärs Karl Wilhelm Jerusalem (Werther) und das Dreiecksverhältnis mit Charlotte Buff. 1694 wurde in Wetzlar durch den Buchdrucker und Verleger Ernst Winckler die erste Buchdruckerei eröffnet. Zu dieser Zeit hatte Wetzlar wieder 3000 Einwohner und diese stieg bis 1751 wieder auf 5800 Einwohner.
1808 wurden auf dem Wiener Kongress die deutschen Regionen politisch neu zugeordnet. Der Kreis Wetzlar wurde als Teil der Preußischen Rheinprovinz geschaffen. Wetzlar hatte im 20. Jahrhundert eine starke Bevölkerungszunahme zu verzeichnen. 1910 wurden in Wetzlar erst 11.000 Einwohner gezählt. Nach dem 2. Weltkrieg führte die Aufnahme der Vertriebenen zur Verdopplung der Bevölkerung. Als Spätfolge kamen als Familiennachzug viele Aussiedler nach Wetzlar. In den 70 er Jahren kamen auch viele Einwanderer aus Südeuropa und der Türkei nach Wetzlar. Als neue Stadtteile entstanden die Wohnstadt, Büblingshausen, Dalheim. Andere Stadtteile wurden wie die später eingemeindeten Stadtteile ausgebaut. Durch eine Gebietsreform wurden Wetzlar, Gießen und das Umland zur Großstadt Lahnstadt, mit 160.000 Einwohnern zusammengeschlossen. Die Lahnstadt wurde nach starkem Bürgerprotest wieder aufgelöst. Dafür gab es eigentlich "nur" emotionale historische Gründe. Das selbständige Wetzlar blieb um die neuen Stadtteile Garbenheim, Nauborn, Herrmanstein, Dudenhofen, Münchholzhausen, Steindorf und Naunheim vergrößert. Eigentlich ist Wetzlar auch mit Asslar zusammengewachsen. Dieses wurde aber wieder selbständig.
1767 erschien in Wetzlar die erste Zeitung. 
Schon lange wurde im Lahntal Eisenerz abgebaut. So entstand hier eine Stahlindustrie, welche neben der entstehenden optischen Industrie viele neue Arbeitsplätze bot. Als Folge der Roheisenerzeugung entwickelte sich die Stahlerzeugung, Werkzeug und Maschinenproduktion. Ein Nebenprodukt der Stahlindustrie war die Zementherstellung (Buderus). Auch die mechanische Industrie und die optische Industrie konnten sich entwickeln. Hier hatten starke Unternehmerpersönlichkeiten, wie Ernst Leitz einen starken Anteil. Es entstanden mehrere große Unternehmen, wie Leitz, Hensoldt und Buderus. Später entwickelten sich aus kleineren Zulieferern  unabhängige Unternehmen des Mittelstandes, welche die Arbeitsplatzverluste in der Großindustrie später auffingen.
1862 wurde das Bahnhofsgebäude errichtet. Die für Wetzlar wirtschaftlich bedeutende Eisenbahnlinie Köln-Deutz - Betzdorf - Wetzlar - Giessen wurde eröffnet und erleichterte so den Transport von Roh- und Brennstoffen und den Abtransport der Industrieprodukte. Später wurde auch die Lahntalbahn gebaut.
1799 wurde in Wetzlar ein Gymnasium errichtet. Heute gibt es in Wetzlar die gymnasiale Oberstufe als Goethe-Schule Wetzlar.
Jetzt soll Wetzlar wie die vergleichbaren Nachbarstädte Giessen und Marburg zum Oberzentrum ernannt werden. Giessen und Marburg basieren zum großen Teil auf ihrer Universität, Wetzlar auf seiner Industrie.
In Wetzlar wurden beide Kasernen, die Spielburg-Kaserne und die Six-von Armin-Kaserne, geschlossen. Dort waren etwa 5000 Soldaten stationiert gewesen. Die freiwerdenden Flächen werden jetzt zur Ansiedlung von Gewerbe und für den Wohnungsbau genutzt. Der befürchtete Niedergang durch die Schließung der Kasernen ist nicht eingetreten. Die Wachstumsmöglichkeiten haben sich durch die neuen bebaubaren Flächen verbessert. Die durch Zuwanderung schnell wachsende und relativ junge Bevölkerung hat in Wetzlar einen Bauboom ausgelöst. Der Stadtteil Blankenfeld entstand, andere Stadtteile an den Außengrenzen der Stadt Wetzlar wurden vergrößert, wie z.B. das Hörnsheimer Eck. Jetzt ist mit der Bebauung eines neues großes Gewerbegebiet das Dillfeld begonnen worden. Die Stadtverwaltung würde dort gerne neue Großbetriebe ansiedeln. Wetzlar hat jetzt etwa 57.000 Einwohner.
Die Firmen Leica Microsystems und Philips haben Ihre Entscheidungs- u. Entwicklungszentren nach Wetzlar verlegt, jedoch die Produktion teilweise nach außerhalb verlagert. Die Leitzwerke wurden in viele neue kleinere Unternehmen aufgegliedert. So produziert Leica-Kamera im nahegelegenen Solms, in Portugal und in Kanada. Nach 129 Jahren verschwand der weltberühmte Name Leitz Wetzlar am 2.2.1998. Zeitweise hatten 7000
Leute bei Leitz gearbeitet. In einem Teil des ehemaligen Leitz-Hauptgebäude ist Leica-Microsystems und in einem anderen Teil noch die Stadtverwaltung untergebracht.
Leica-Kamera plant jetzt ein Museumsprojekt für die Optik in Wetzlar.

Die Wetzlarer Altstadt hat sich zu einem Schmuckstück entwickelt. Bei der Renovierung setzt die Stadtführung auf die Privatinitiative. So konnten Bürger renovierungsbedürftige Häuser mit genauen Renovierungsauflagen erwerben. Die Altstadt bietet viele Einkaufsmöglichkeiten in vielen kleinen Fachgeschäften, vor allem auch in der Langgasse, die bis zur großen Einkaufsmeile, dem Karl-Kellner-Ring und der anschließenden Bahnhofstr. führt. In der Altstadt liegen auch viele Gaststätten und Cafes. Ich gehe z.B. gerne ins Harlekin.
Wetzlar hat auch 2 größere Diskotheken anzubieten. Das Lolypop/Supermax liegt im Lahnhof (Diskofox und Techno). In Hermanstein liegt das Poco (jeden Mittwoch: Oldi-Night)
Im Zentrum der Altstadt steht der Dom. Auf dem Domplatz werden gerne Openair-Veranstaltungen durchgeführt. Im Stadthaus am Dom ist auch die Stadtbibliothek untergebracht.